Washington nach Oregon

Aber zuerst müssen wir ja noch von Seattle erzählen. Eigentlich müssen wir nicht, den da gibt es nicht viel zu erzählen. Wenn in den Top 10 Sightseeing einer Stadt 6 Plätze zum essen auftauchen darf man schlichtweg nicht viel erwarten. War auch so - aus unserer ganz persönlichen Sicht. Das Stadtbild geprägt von Obdachlosen (die Anzahl ist wirklich erschreckend und traurig). Architektur entäuschend - Waterfront sozusagen inexistent. Gefallen hat uns schon was, der wirklich sehr schön designte Starbucks und die Toyota Seattle (Top Service!) - also haben wir die Kaffeestadt (Starbuck hatte seine Geburtsstunde hier) Richtung Portland verlassen….

… aber auch da waren wir tendenziell eher enttäuscht. Portland ist bekannt als „Food place“ und das kann sie. Die Restaurants und Bars sind in der Tat weltklasse - auch in der Häufigkeit. Wir waren noch nie an einem Ort wo es auf so kleinem Raum so viele extrem einladende Restaurants gab. Und dem haben wir uns auch hingegeben..natürlich. Dammi namal. Playa in Mexico können wir so vergessen. Ansonsten hat die Stadt leider nicht viel zu bieten (wieder unsere persönliche Meinung) - auch hier überall Obdachlose (aus CNN haben wir erfahren, dass die Obdachlosenrate an der Westküste um 16% gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat. Man spricht von einer Krise). Unsicher haben wir uns jedoch nie gefühlt.
Zeit für die Natur und der Grund warum man ja eigentlich in diese Gegend fährt ist der Olympia National Park. Angrenzend zu Kanada und mit der Besonderheit das er als Filmschauplatz diente von der Twilight Saga (und wir schwören, die Einheimischen sehen aus wie im Film). Die UNESCO erklärte den Park als Weltnaturerbe. Nur schon die Fahrt dahin von Seattle weg war wunderschön. Da der Nationalpark auf einer abgelegenen Halbinsel liegt (wir mussten 2 Fähren nehmen, haben sich hier einige Tier- und Pflanzenarten entwickeln können, die nur in in diesem Park vorkommen. Es gibt im Park Regenwald, zerklüftete Strandabschnitte (mit vielen quer liegenden Baumstämmen), Gletscher, Berge und Waldgebiete. Ein spezieller Ort - wir waren länger drin als geplant - aber nach 4 Tagen hat uns dann der Regen verscheucht. Weiter ging’s nach Oregon. Von Portland ins Tal des Hood Rivers. Kurz in Bingen in ein wirklich schönes und modernes SPA Hotel für 2 Nächte eingecheckt um etwas für die Gesundheit zu tun. Und dann ging es los - ab in die richtige Wildnis.

Und Oregon’s Natur hat uns von der ersten Minute gefangen. Der Toyota war hier zu Hause - hier gab es seine Strassen, seine Campingspots die gewünschte Einsamkeit. Wir sind in die Region des Mount Hood gefahren, haben traumhafte Wasserfälle gesehen und fuhren weiter bis nach Bend. Wir bewegten uns immer zwischen 1200 und 3000 Höhenmeter. Es gab kalte Nächte und wir können bestätigen; die Heizung funktioniert und das abendliche Campingfeuer wärmt ebenfalls bestens.
Heiss wurde es uns jedoch ganz speziell beim Aufheulen der Polizeisirene hinter uns. ER hat etwas zu fest auf die Tube gedrückt. SIE sei schuld - sitzt jedoch nur auf dem Beifahrersitz. ;) Nun gut, Officer Boyd hatte Erbarmen als er unsere Kilometeranzeige erspäht hatte und liess uns mit einer mündlichen Verwarnung und mit einer von ihm persönlich angefertigten Kilometer- Meilen-Tabelle davonzotteln. Thank you very much Sir, Mr. Senior Officer Boyd! Und dann gings auf zur ersten Hot Spring wo wir eindrücklich und mehrmals betonend (fast schon beschwörend) vor Nacktbadenden gewarnt wurden.

Wir sind wie gesagt nach Bend gefahren (ein wirklich sehr ansprechender Ort) - Immobilienpreise wie bei uns am Zürichsee. Ausgangspunkt für die Oreganer Outdoor Fanatiker. Hier wollten wir kurz durchschnaufen und uns sicher nicht ‘anfahren’ lassen. Ist halt doch passiert - an der Tankstelle. Er, ca. 90 Jahre alt hat die Kurve etwas zu eng gekratzt. Nicht nur Kratzer sondern auch ne Delle hat’s gegeben und der Puls von IHM ging mal kurz auf 180. ER hat dann den Rumpelstilzchen Tanz aufgeführt vor dem alten Mann. Naja, ist halt passiert. Nun schauen wir mit den Versicherungen - kommt gut. Wie immer.

Wir haben den Tipp einer reisenden Amerikanerin (erstaunlich und bewundernswert wie viele Frauen ganz alleine mit ihrem Camper unterwegs sind) bezüglich den wilden Pferden weiter im Landesinnern bekommen. Mustangs. Die einzig wahren. Wild und in einer Umgebung die einem von der ersten Minute an den Atem raubt. Wer den Film „Hidalgo“ noch nicht gesehen hat, sollte das dringend nachholen - von dort kommt dieses legendäre Pferd. Und wir haben sie gefunden (oder sie uns). Wir kamen sogar sehr nahe ran - haben sicher im Total über 50 Pferde gesehen…und einen perfekten Reisetage gehabt. Besser gehts nicht.

6.30 Uhr aufgestanden (übrigens wie IMMER - sind ja keine Ferien) ;)

7.00 Uhr Alles zusammengepackt (wir sind im Auf- und Abbau unserer Übernachtungsplätze wahre Profis geworden. Innert 10 Minuten ist die Show jeweils vorbei).

7.15 Uhr In der winzigen Stadt Frenchglen (3 Häuser - 1 Hotel - 1 Tankstelle) einen Kaffee getrunken und in ein Gespräch mit Brad, Pat und Al verwickelt worden. (Rendez-vous). 

9.00 Uhr los auf den 100 Km Steens Mountain Loop mit entsprechend Toyota freundlicher Strassenunterlage. Wir hatten 4 Stunden und jede Minute war schlichtweg wunderschön. Wir sahen wie erwähnt die wilden Pferde, den Gletscher, sogar einen Geier und andere riesige Raubvögel und eine Natur die uns in ihrer Schönheit regelrecht ins Gesicht schreit - auf jedem Kilometer.

13.00 Uhr einen spitzen Hamburger in Fields (das nächste Kaff mit ca. 8 Einwohnern) und wieder sehr vielen Kontakten.

14.30 - 23 Uhr Übernachtungsplatz bezogen (wir versuchen immer bis spätestens 16 Uhr am Übernachtungsplatz zu sein) mit Aussicht auf die Alvord Wüste - Farbenspiel am Himmel und aufwärmende Hotspring, Campingfeuer. Gute Nacht. Hach, ist das Leben schön.

Um es klar zu stellen; es macht nicht jeder Tag einfach nur Spass. Wir regen uns auch auf (gehört sich so als Schweizer). Ziegen auf dem Campingplatz zum Bsp. sind ja eigentlich herzig..ähä..wir hätten am liebsten die ganze Zeit gekotzt ab dem Gestank. Ihr seht, auch wir haben ernsthafte Herausforderungen zu meistern. ;)

Den Crater Lake Nationalpark musste auch noch sein (übernachtetet haben wir am Diamond Lake der seinem Namen wirklich verdient hat). Mitten im Wald, praktisch alleine und mit einem wunderschönen Sternenhimmel. Der Kratersee hat das klarste und reinste Wasser. Einmal rund herum - Party mit den uns immer begleitenden Eich- und A&B- Hörnchen inklusive.
Und dann, ja dann sind wir an die Westküste gefahren. Perfekte Lichtverhältnisse - wunderschöne einsame kilometerlange Strände (wir mussten sie einfach entlang joggen). Die ersten knapp 1000 Kilometer sind wir bereits an der Westküste Oregons gefahren. Leuchtturm Marathon hinter uns (auch der aus dem Horrorschocker THE RING). Es stimmt für uns…noch immer.

Euer Zebu

PS: Die Bilder sind unter OlympiaNP, Steens Mountain und Alvord Desert abgelegt

PSS: die Route findet ihr auf der Frontseite ganz unten

anbei einige Handy-Schnappschüsse



rita vollenweiderKommentieren